Blicken wir in die Welt, dann sehen wir farbig. Im Laufe der Zeit haben wir uns daran gewöhnt, dass Dinge spezifische Farben haben: Gras ist grün, der Himmel blau, Blut rot, Elefanten grau. Es gibt sogar Dinge, die nach ihrer Farbe benannt sind: Orangen, Rotkehlchen. Wir nutzen Farben als Synonyme z.B. rot werden wie eine Tomate und in der politischen Landschaft werden Parteien farblich klassifiziert. Es gibt noch vielfältige Beispiele, die genannt werden könnten, ich möchte hier jedoch ein klein wenig auf die Wirkung von Farben eingehen.

Die Anfänge der Fotografie waren eher „farblos“, da die ersten Bilder überwiegend schwarz-weis waren. Es wurde jedoch versucht durch nachträgliches kolorieren Farbe in die Aufnahmen zu bringen. Heute sind Farb-Fotografien Standard und überall zu finden, aber durch die Digitalisierung ist es sehr einfach die Farben zu verändern, mit den Farben zu spielen. Ein Genre, dass immer noch sehr viele Anhänger hat ist die Schwarz-Weiss-Fotografie, bei der im Gegensatz zu den Anfängen die Farbe in den Bildern nachträglich reduziert wird – die Bilder werden „entsättigt“. Eine andere Möglichkeit ist Farben zu tauschen oder zu kombinieren. Da es sehr viele Möglichkeiten gibt Farben in Fotos zu verändern, möchte ich hier nicht auf Details eingehen sondern lieber ein Beispiel zeigen. Jeder kann für sich selbst sehen wie die farblichen Veränderungen wirken.

 

Beim ersten Foto wurden alle Farben bis auf Blau entsättigt. Dadurch wird das Tau auf dem Steg hervor gehoben, fällt deutlicher in Auge. Das etwas bläuliche Wasser dagegen tritt eher in den Hintergrund und das Fehlen der anderen Farben wird schon fast „übersehen“.

 

Das zweite Foto wurde farblich einfach nur invertiert. Jetzt wird das Bild durch die verbliebenen Farben dominiert – Tau und Wasser fallen sehr deutlich ins Auge. Dazu kommt, dass die Schatten jetzt hell sind und etwas farbig, was im vorherigen Foto nicht auffiel.

 

Im dritten Foto sind die beiden vorherigen Bilder kombiniert worden. Die Farben wurden über lagert. Als Betrachter stutzt man erst einmal, da die Farben nicht „passen“ und alles neu sortiert, eingeordnet werden muss. Genau darum geht es schlussendlich, zum Innehalten und nachdenken zu animieren.

Die ist nur ein kleines Beispiel und ich hoffe, dass es anregt sich auch andere Bilder anzusehen, auf die Farben zu achten um festzustellen, ob es sich um eine gezielte Veränderung handelt um den Betrachter zu „manipulieren“.

Als RAW aufgenommen wurden das Foto in Darktable entwickelt und mit GIMP (Anpassung von Helligkeit und Kontrast, Entsättigung bis auf Blau, invertiert und kombiniert) weiter verarbeitet.

Tau: 300 mm (KB), 1/320, f/5.6, ISO200

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